Tansania

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Jamhuri ya Muungano wa
Tanzania
(Suaheli)

Vereinigte Republik Tansania

Flagge Tansanias
Wappen Tansanias
Flagge Wappen
Wahlspruch: Uhuru na Umoja
Suaheli für „Freiheit und Einheit“
Amtssprache Suaheli (de facto)
Hauptstadt Dodoma
Regierungssitz Daressalam
Staatsform Präsidialrepublik
Staatsoberhaupt Präsident Jakaya Kikwete
Regierungschef Edward Lowassa
Fläche 945.087 km²
Einwohnerzahl 36.766.356 (Stand Juli 2005)
Bevölkerungsdichte 39 Einwohner pro km²
Währung Tansania-Schilling
Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich am 9. Dezember 1961
Nationalhymne Mungu ibariki Afrika
Zeitzone UTC+3
Kfz-Kennzeichen EAT
Internet-TLD .tz
Telefonvorwahl +255

Tansania (amtlich Vereinigte Republik Tansania, Suaheli: Jamhuri ya Muungano wa Tanzania) ist ein Staat in Ostafrika. Er liegt am Indischen Ozean und grenzt an Burundi, Kenia, Malawi, Mosambik, Ruanda, Uganda, Sambia und die Demokratische Republik Kongo. Der Name entstand als Kunstwort aus den Bezeichnungen der beiden Staatsteile Tanganjika (mit der Insel Mafia) und Sansibar (die Inseln Pemba und Unguja) sowie der Bezeichnung Azania.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Das tansanische Festland besteht aus einer 16-64 km breiten Küstenebene mit tropischer Vegetation, der 213-1.067 m hoch gelegenen Masai-Savanne im Norden und einem Hochplateau im Süden (900-1.200 m), das bis zum Malawisee reicht. Der Zentralafrikanische Graben berührt Tansania im Westen, der Ostafrikanische Graben verläuft zentral durch das Land. Zeugen der geologischen Vorgänge in dieser tektonischen Bruchzone sind riesige Krater und Vulkane wie der Rungwe (3.175 m), der Mount Meru (4.565 m) oder der höchste Berg Afrikas, der Kilimanjaro (5.895 m). Das Staatsgebiet von Tansania grenzt an drei der größten Seen Afrikas: im Norden an den Viktoriasee, im Westen an den Tanganjikasee und im Süden an den Malawisee. Im Norden Tansanias liegt die Serengeti (Massai-Sprache = „weites Areal“, „große Ebene“), einer der berühmtesten Nationalparks Afrikas.

Feucht- und Trockensavannen mit Schirmakazien und Baobab-Bäumen dominieren einen Großteil Tansanias. Halbwüsten und Küstenebenen (z. T. mit Mangrovensümpfen) machen die verbleibende Landschaft aus.

Siehe auch: Nationalparks in Tansania

Entlang der flachen Küste Tansanias herrscht ein tropisches Klima, während in den Bergen im Norden, Süden (Mbeya-Range, Poroto-Berge, Livingstone-Berge, Kipengere-Berge, Kitulo-Plateau) und Westen das Klima gemäßigt ist. Im Nordosten des Landes, unweit der Grenze zu Kenia, erhebt sich das höchste Bergmassiv Afrikas, das Kilimandscharo-Massiv, dessen höchste Stelle - der Uhuru Peak - auf dem Berg Kibo 5.895 m ü. NN liegt.

[Bearbeiten] Bevölkerung

Die Bevölkerung Tansanias wächst weiterhin stark an. Zur Zeit sind etwa 44 Prozent der Menschen unter 14 Jahre alt, so dass mit einem weiteren Bevölkerungsanstieg zu rechnen ist. Zugleich muss man aufgrund weit verbreiteter Armut und der relativ hohen Verbreitung von AIDS von einer hohen Sterblichkeitsrate ausgehen. Schätzungsweise 20 Prozent der Einwohner sind mit dem HI-Virus infiziert (Stand 2003).

Die Bevölkerung besteht auf dem Festland zu 95 Prozent aus Afrikanern (21 Prozent der Gesamtbevölkerung Sukuma und Nyamwezi, 9 Prozent Suaheli, 7 Prozent Hehe und Bena, 6 Prozent Haya, 6 Prozent Makonde, 2 Prozent Massai und andere ethnische Gruppen). Diese gliedert sich in etwa 130 Gruppen und Untergruppen auf. Außerdem leben in Tansania Araber, Pakistaner, Inder und Europäer.

[Bearbeiten] Sprachen

In Tansania werden insgesamt 127 verschiedene Sprachen und Idiome gesprochen (Stand: Okt. 2007). 90 Prozent der Einwohner sprechen eine Bantusprache; sonst werden Nilotische Sprachen, kuschitische Sprachen und insbesondere auf Sansibar Arabisch gesprochen. Es gibt keine de jure Amtssprache. Allerdings ist Suaheli (Swahili) die Nationalsprache, die als lingua franca und für offizielle Angelegenheiten verwendet wird; somit ist das Suaheli de facto Amtssprache. Das Englische, das zur britischen Kolonialzeit zur Verwaltung der Kolonie verwendet wurde, wird heutzutage nicht mehr im öffentlichen Dienst, im Parlament oder in der Regierung benutzt[1], und ist daher keine Amtssprache im engeren Sinne. Da es aber weiterhin Gerichtssprache der höheren Gerichte ist[1], kann es als Amtssprache bzw. als Bildungs- und Verkehrssprache im weiteren Sinne angesehen werden.

Laut der offiziellen Sprachpolitik Tansanias, wie sie 1984 verkündet wurde, ist Suaheli die Sprache des gesellschaftlichen und politischen Bereichs, der Grundschulbildung sowie der Erwachsenenbildung; das Englische ist für die Bereiche der höheren Schulbildung, der Universitäten, der höheren Gerichte und der Technologie vorgesehen.[1] Obwohl der Gebrauch des Englischen in Tansania mit Millionenbeträgen von der Regierung Großbritanniens gefördert wird[1], wurde das Englische in den letzten Jahrzehnten immer weiter aus dem gesellschaftlichen Leben zurückgedrängt. So haben sich noch in den Siebzigerjahren tansanische Studenten untereinander gewöhnlich auf Englisch unterhalten; heutzutage unterhalten sie sich untereinander fast nur noch auf Suaheli. Selbst der Unterricht an weiterführenden Schulen und Universitäten, der offiziell nur auf Englisch sein sollte, wird manchmal auf Suaheli oder auf einem Suaheli-Englisch-Gemisch gegeben.

[Bearbeiten] Religionen

Das Küstengebiet sowie die ehemaligen Karawanenstraßen sind überwiegend bis stark islamisch geprägt. Etwa 35 % der Bevölkerung sind islamisch (auf Sansibar 95 %).[2] Im Binnenland von Tansania hat sich das Christentum sehr verbreitet und ca. 35 % sind christlich, die meisten davon katholisch. Überall finden sich auch Anhänger der traditionellen Religionen, deren Riten oft auch von Christen und Muslimen mit beachtet werden. Seit den 60er Jahren wird die Frage nach der Religionszugehörigkeit als brisant angesehen und nicht mehr bei Volkszählungen erfragt. Lange Zeit wurde die Verteilung mit je einem Drittel Muslime, Christen und Anhängern von Naturreligionen angegeben, was wohl eher politische Raison als statistisch korrekt war.

[Bearbeiten] Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Tansanias

Historische Karte (um 1888)
Historische Karte (um 1888)

Die Küstenregion war lange Zeit Siedlungsgebiet von Händlern, die regen Austausch mit arabischen Gebieten pflegten. Dieses Gebiet wurde im 16. Jahrhundert von Portugiesen, dann von Arabern aus Oman (s. Sansibar) und am Ende des 19. Jahrhunderts von Deutschen besetzt (Deutsch-Ostafrika, 1889-1918).

Seit 1920 stand die Region als Völkerbundsmandat (nach dem Zweiten Weltkrieg als Treuhandgebiet der UNO) unter britischer Verwaltung.

Am 9. Dezember 1961 erhielt Tanganjika die Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich. Kurz nach der Unabhängigkeitserklärung von Sansibar am 10. Dezember 1963 verbanden sich die beiden Staaten Tanganjika (Tan) und Sansibar (San) und gründeten am 26. April 1964 die Vereinigte Republik Tansania. Erster Staatspräsident wurde Julius Kambarage Nyerere mit der Tanganyika African National Union (TANU). Auf Anregung von Nyerere fusionierten 1977 TANU und die Afro-Shirazi Party (ASP) Sansibars zur Chama Cha Mapinduzi (zu deutsch: Partei der Revolution). Nyerere und seine Anhänger strebten den Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft in Tansania an, verstaatlichten die Banken, führten Bildungs- und Landreformen durch. Ziel Nyereres war ein spezifisch afrikanischer Sozialismus in Abgrenzung zu den autoritären Sozialismusmodellen nach dem Vorbild der Sowjetunion. Vorbild für die sozialistische Umgestaltung Tansanias sollte stattdessen die „Ujamaa“, die Dorfgemeinschaft als Produktions- und Verteilungskollektiv, sein. Die Ausweitung des Ujamaa-Modells auf größere Produktionseinheiten scheiterte allerdings und mit der Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch die sozialistische Vision Nyereres. Er trat 1985 als Staatspräsident und 1990 als Parteivorsitzender zurück und ist 1999 verstorben.

1992 endete dann das Einparteiensystem, und 1995 fanden zum ersten Mal seit den 1970er Jahren demokratische Wahlen statt, bei denen jedoch die vorherige Regierungspartei CCM ihre Stellung behaupten konnte.

[Bearbeiten] Politik

Tansania ist eine Präsidialrepublik: Der in allgemeinen Wahlen alle fünf Jahre gewählte Staatspräsident bestimmt die Politik. Er ernennt den Premierminister sowie die Minister des Kabinetts. Trotz des von der Verfassung seit 1992 garantierten Mehrparteiensystems kommt den Oppositionsparteien auf dem Festland nur eine geringe Bedeutung zu, da bei den Parlamentswahlen von 1995 und 2000 die Partei von Staatspräsident Benjamin Mkapa, CCM, über 80 % der Stimmen erhielt. Bei der Wahl 2005 erhielt die CCM erneut die Mehrheit. Mit dieser Wahl hat Jakaya Kikwete das Amt des Staatspräsidenten übernommen. Vor allem aus der eigenen Partei gibt es Widerstand gegen den Präsidenten und seine Minister. Kritik von mächtigen Interessengruppen innerhalb der eigenen Partei haben schon häufiger amtierende Minister das Amt gekostet. Dem Präsidenten zur Seite steht der Vizepräsident, derzeit Dr. Ali Mohamed Shein, offiziell sein Stellvertreter, aber eher mit repräsentativen Aufgaben betraut. Anders als die CCM, die landesweit gut organisiert ist, verfügen die Oppositionsparteien kaum über nennenswerte Strukturen außerhalb ihrer wenigen Hochburgen (CUF in Sansibar und den islamisch dominierten Gebieten an der Küste, Tanzania Labour Party (TLP) und CHADEMA in Kilimandscharo, UDP in Zentraltansania). Seit 1995 ist Frederick Sumaye von der CCM Ministerpräsident. Im Dezember 2005 endete die zweite und laut Verfassung letzte Amtszeit des Staatspräsidenten Benjamin Mkapa. Seine Partei hatte in hart umkämpften internen Wahlen den gegenwärtigen Außenminister Jakaya Kikwete zum Kandidaten ernannt. Kikwete wurde nach seinem Wahlsieg am 21. Dezember 2005 als neuer Präsident vereidigt.

Auch in Sansibar wurde im Oktober 2005 ein neues Parlament und ein neuer Präsident gewählt. Sansibar besitzt innerhalb der Union eine gewisse Autonomie, unter anderem ein eigenes Parlament, eine eigene Regierung und einen eigenen Präsidenten (seit 2000 Amani Abeid Karume, der noch einmal kandidieren darf). Anders als auf dem Festland, auf dem die CCM unangefochten dominiert, ist die politische Gesellschaft Sansibars in zwei etwa gleich starke Lager gespalten: Die Anhänger der Regierungspartei CCM und die der Oppositionspartei Civic United Front (Chama cha Wananchi), CUF. Deren Generalsekretär Seif Sharif Hamad, ein ehemaliger CCM-Premierminister Sansibars, tritt als aussichtsreichster Herausforderer gegen Karume an. Beide bisherigen Wahlen, die unter dem Mehrparteiensystem durchgeführt wurden (1995, 2000) mussten sich den Vorwurf massiver Wahlfälschungen gefallen lassen. Insbesondere die Anhänger der CUF fühlen sich um ihren vermeintlichen Wahlsieg betrogen. Nach den Wahlen 2000 starben etwa 30 CUF-Anhänger bei Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften - eine in Tansania bislang ungekannte Gewalteskalation. Nach langen Verhandlungen einigten sich CUF und CCM auf ein Versöhnungsabkommen (Muafaka), das teilweise umgesetzt wurde. Trotz Annäherung und Kooperation der beiden Parteien gibt es auf beiden Seiten Hardliner, die sich deutlich radikalisiert haben. Ob die CUF-Hardliner eine mögliche Wahlniederlage hinnehmen werden, ist ungewiss. Ebenso ungewiss ist, ob die CCM, die den Staatsapparat und somit auch die Wahlkommission dominiert, einen CUF-Sieg zulassen wird. In beiden Parteien existieren kooperationsbereite Flügel und Hardliner. So ist der Wunsch nach mehr Autonomie der Inselgruppe bis hin zur staatlichen Unabhängigkeit nicht etwa Thema der oppositionellen CUF. In beiden Parteien gibt es sowohl sezessionistische Flügel als auch solche, die sich für die staatliche Einheit Tansanias stark machen. Diese „unionistischen“ Flügel dominieren derzeit in beiden Parteien.

[Bearbeiten] Verwaltung

Tansania ist in 26 Verwaltungsregionen gegliedert:

Siehe auch: Liste der Städte in Tansania

[Bearbeiten] Infrastruktur

Die Infrastruktur ist mit zunehmender Entfernung von der Küste schlechter entwickelt. An der Ostküste befinden sich deshalb die Wirtschaftsschwerpunkte mit direktem Zugang zu den Häfen. Es gibt außerhalb der Städte meistens keinen Anschluss an Wasserleitungen. In manchen Regionen gibt es im Umkreis von einigen Kilometern keinen Anschluss an das öffentliche Stromnetz. Telefon (149.100 Festnetz- und 891.000 Mobilfunkanschlüsse - Stand 2003) und damit auch Internetzugang sind selten.

[Bearbeiten] Eisenbahn

Tansania besitzt zwei Eisenbahnsysteme mit insgesamt 3.690 km Strecke. Das Netz der früher von der Tanzania Railways Cooperation betriebenen Central Line stammt im Wesentlichen noch aus der deutschen Kolonialzeit von vor 1914 mit Ergänzungen aus der britischen Zeit. Es wurde in Meterspur errichtet. Die Hauptlinie verläuft von Daressalaam über Morogoro und Dodoma nach Tabora. Hier verzweigt sich die Linie nach Kigoma am Tanganyikasee sowie nach Mwanza am Viktoriasee. Daneben gibt es eine nördliche Linie nach Tanga und zum Kilimanjaro. Im November 2006 wurde der Betrieb auf dem wichtigsten Teilstück von Daressalaam nach Dodoma sowohl im Güter- als auch im Personenverkehr eingestellt.[3] Es verkehren nur noch unregelmäßig Züge von Dodoma nach Mwanza bzw. nach Tabora. Ende des Jahres 2006 wurde die Tanzania Railways Corporation liquidiert und der Betrieb an die private Nachfolgegesellschaft Tanzania Railways Limited übertragen. Diese hat im September 2007 mit Arbeiten an der Strecke von Daressalaam nach Tanga begonnen.[4]

Die zweite Bahngesellschaft ist die TAZARA (Tanzania Zambia Railways), die in Kapspur (1067 mm) eine Verbindung von Dar-es-Salaam über Mbeya nach Sambia und zum südafrikanischen Bahnnetz herstellt. Die TAZARA wurde von China erbaut. Die Fahrzeuge können nicht von dem einen zu dem anderen System übergehen.

[Bearbeiten] Straße

Aufgrund der englischen Kolonialvergangenheit herrscht in Tansania Linksverkehr.

Asphaltierte Straßen gibt es zwischen den großen Städten. Von Daressalaam geht eine nördliche Strecke zum Kilimandscharo und weiter in Richtung Nairobi. Diese Strecke bindet mit einem Abzweig auch Tanga an. In Richtung Süden verläuft die Hauptstrecke von Dar-es-Salaam über Morogoro, Iringa und Mbeya nach Malawi sowie nach Zambia. Von Morogoro zweigt die Asphaltstraße nach Dodoma ab. Zwischen Iringa und Mbeya sind auch Njombe und Songea angebunden. Die Küstenstraße ab Daressalaam nach Süden in Richtung Mtwara ist bis auf wenige Lücken inzwischen weitgehend asphaltiert, die Strecke weiter nach Mosambik mit einer Brücke über den Rovuma seit Ende 2005 im Bau. Die Küstenstrecke nach Norden in Richtung Tanga ist ab Bagamoyo praktisch nicht passierbar.

Die große Transitstrecke nach Ruanda - Burundi und Kongo verläuft ab Dodoma weithin über Erdstraßen mit sehr unterschiedlichem Erhaltungszustand.

In der Regenzeit kommt es immer wieder zu Unterbrechungen der Straßen und Schienenwege besonders im Landesinneren.

[Bearbeiten] Luftverkehr

Tansania verfügt über vier internationale Flughäfen (IATA-Code):

Daressalaam und Kilimanjaro/Moshi werden im innerafrikanischen und auch interkontinentalen Linienverkehr von Europa und Asien angeflogen, Sansibar aus Kenia, Südafrika und dem Oman, Mwanza fungiert als regionales Drehkreuz für Uganda, Kenia, Burundi und Ruanda. Bekannte tansanische Fluggesellschaften sind Air Tanzania und Regional Air Services.

andere Flughäfen:

[Bearbeiten] Schifffahrt

Auf den großen Seen verkehren mehrere Fähren, deren Zuverlässigkeit nicht zuletzt durch die fehlenden Konsequenzen aus der Katastrophe um die MV Bukoba 1996 mit über 500 Todesopfern kritisch gesehen werden muss.

[Bearbeiten] Wirtschaft

[Bearbeiten] Allgemeines

Tansania gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft, von der in der Folge der Handel Tansanias wesentlich abhängig ist. Tansania ist etwa zweieinhalb Mal so groß wie Deutschland, hat aber weniger als die Hälfte der Bevölkerung.

Steigende Preise auf dem Lebensmittelsektor führten dazu, dass die privaten Einkommen überwiegend für Lebensmittel aufgebraucht werden. Angesichts der Armut in Tansania wurde dem Land 2001 von der Weltbank ein Schuldenerlass gewährt. Bergbau, Fremdenverkehr und Tourismus sind Wirtschaftszweige die zunehmend erfolgreicher sind.

[Bearbeiten] Export

Im wesentlichen werden Cashewnüsse (18,3 %), Kaffee (14,3 %), Mineralien (13,2 %), Tabak (8 %) und Baumwolle (5,2 %) (Stand: 1999) ausgeführt.

Ein weiterer bekannter Exportartikel Tansanias ist der im Viktoriasee gefischte, in Deutschland unter dem Namen Viktoriabarsch vermarktete Nilbarsch. Die Bedingungen, unter denen dieser Fisch mit Förderungsmitteln der Europäischen Union vor Ort verarbeitet und nach den Absatzmärkten in Europa, Russland und Japan ausgeflogen wird, beschreibt der Dokumentarfilm Darwins Alptraum des österreichischen Filmemachers Hubert Sauper.

[Bearbeiten] Staatsausgaben

Zwischen 1990 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben bezogen auf das Festland für

[Bearbeiten] Bildung

Es gibt in Tansania mehrere Universitäten und andere höhere Bildungseinrichtungen: Die bekannteste Universität ist die University of Dar es Salaam. Andere wichtige Universitäten sind die Sokoine University of Agriculture sowie die Hubert Kairuki Memorial University. Die evangelisch-lutherische Kirche in Tansania unterhält die Tumaini University, eine Universität mit drei Standorten.

[Bearbeiten] Kunst und Kultur

Tingatinga-Malerei in Daressalaam
Tingatinga-Malerei in Daressalaam

Nationalfeiertag ist der 26. April, Tag der Union zwischen Tanganjika und Sansibar (1964). „Sikukuu ya Uhuru“ 9. Dezember, Tag der Unabhängigkeit (1961).

[Bearbeiten] Bildende Künste

Die Schnitzkunst der Makonde, eines im Südosten Tansanias und im Nordosten Mosambiks lebenden Bantuvolkes, ist weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt. In Daressalam z. B. kann man den Schnitzern auf dem Mwenge-Markt bei der Arbeit zuschauen und ihre Werke dort auch gleich käuflich erwerben. Traditionsgemäß werden die Schnitzereien aus Ebenholz hergestellt, für Touristen jedoch meist aus minderwertigem Mpingo (kisuaheli für das sog. Afrikanische Schwarzholz, Dalbergia melanoxylon).

Man unterscheidet vier, stilistisch und inhaltlich verschiedene Formen der Makondeschnitzereien:

  • Alle mit dem Begriff der Ujamaa (Der Begriff des Kisuaheli bedeutet etwa: Gemeinschaft, Zusammenhalt, Zusammenarbeit, Einigkeit, gegenseitige Hilfe) inhaltlich zusammenhängenden Motive, meist wie ein Totem-Pfahl aus vielen neben- und übereinander stehenden, inhaltlich und strukturell zusammenhängenden Figuren, die insgesamt eine Skulptur bilden. Die einzelnen Figuren sind sehr gegenständlich ausgeführt, auf Abstraktionen wird weitgehend verzichtet. Die Säulen können mehrere Meter hoch sein, die wertvollsten besitzen innen eine Höhlung. Als Begründer und wichtigster Vertreter des Ujamaa-Stils gilt Roberto Jacobo.
  • Im Gegensatz dazu stehen die neueren abstrakten, oft grotesken Skulpturen des Shetani-Stils, die thematisch der Auseinandersetzung mit den (guten und bösen) Geistern gewidmet sind und dem Künstler wesentlich mehr Freiheiten erlauben. Auch vom Betrachter wird mehr Phantasie gefordert. Entwickelt wurde der Stil durch einen Künstler namens Samaki.
  • Traditionell hat sich die Schnitzkunst aus der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem bei den Makonde praktizierten Weiblichkeitskult einer Matriarchalischen Kultur entwickelt, hierfür schnitzen sich die (männlichen) Künstler kleine amulettartige Talismane. Diese werden nur für den eigenen Gebrauch hergestellt, evtl. noch für Blutsverwandte, sind jedoch kommerziell nicht erhältlich.
  • Schließlich verzieren die Makonde auch eigene Gebrauchsgegenstände wie z. B. Hirtenstöcke oder Holzschüsseln mit Motiven, die meist aus der Götterwelt abgeleitet sind. Solche Gegenstände geraten nur selten in den Handel und werden eigentlich nicht dafür hergestellt.

In der Malerei folgten die einheimischen Künstler lange den europäischen Vorbildern, bis sie in der von Edward Saidi Tingatinga begründeten und nach ihm benannten Tingatinga-Malerei[5] eine eigene Ausdrucksform entdeckten.

[Bearbeiten] Musik und Tanz

Zu den traditionellen Musikinstrumenten der Bantuvölker zählen die Kalimba (die im Kisuaheli irreführenderweise den Namen Marimba trägt, womit in allen anderen Sprachen aber ein ganz anderes Instrument, nämlich eine Art Xylophon gemeint ist), etwa eine Art Zither, die Kayamba, eine Rassel mit Weizenkörnern, Siwa (Hörner), Tari (eine Art Tambourin), und vor allem Ngoma, Trommeln in jeder denkbaren Art und Form.

Die moderne tansanische Musik ist stark vom Kongo beeinflusst. Etwas Rumba, viel Jazz, etwas Rock und traditionelle Musik vermischen sich mit starken Reggae-Einflüssen zu der im Kongo Soukous genannten Musikrichtung (diese wird in Tansania irritierenderweise als Lingala Music bezeichnet, obwohl die Texte zwar in Lingala, aber genausogut auch in Kisuaheli oder anderen Sprachen gesungen sein können). Diese wurde insbesondere in Dar es Salaam von zahlreichen Gruppen aufgegegriffen und weiterentwickelt und wird inzwischen mit - oft aktuellen und kritischen - Texten in Kisuaheli unter dem Eigennamen Bongo Beat im ganzen Land sehr erfolgreich gespielt. Die Hip-Hop-Variante hat sich in den letzten zehn Jahren als Bongo Flava auch kommerziell und in lokalen Radiosendern etabliert.

Die Taarab-Musik[6] ist eine Besonderheit Sansibars und hat auf dem Festland keine Verbreitung gefunden.

Tänze sind in weiten Teilen Afrikas integraler Bestandteil des täglichen Lebens und für die Menschen wichtige künstlerische Ausdrucksform aber auch selbstverständliche Verbindung zu den Ahnen und deren Seelen. An den Tänzen ist die ganze (Dorf-)Gemeinschaft beteiligt, es gibt zwar Tänzer und Nicht-Tänzer, diese erfüllen jedoch auch eine wichtige Funktion. Die traditionellen Tänze werden in eigenen kulturellen Institutionen, die bekanntesten sind Chuo cha Sanaa in Bagamoyo[7] und das Bujora Cultural Centre bei Mwanza[8], vergleichbar den Ballettschulen studiert und unterrichtet. Dies geschieht auch, um die traditionellen Tänze vor der zunehmenden Verfremdung und Verflachung im Rahmen der touristischen Vorführungen zu schützen.

[Bearbeiten] Film und Kino

Noch in den 1980er Jahren gab es nahezu keine Eigenproduktionen. Erst 1998 mit der Eröffnung des Zanzibar International Film Festival, das inzwischen zum Forum für Filmproduktionen aus ganz Ostafrika geworden ist - mit reger Beteiligung auch aus dem südlichen Afrika und einigen Beiträgen aus Westafrika - hat sich eine kleine, aber beachtenswerte Filmindustrie entwickelt. Überregional bekannt wurde Martin M'hando mit den Filmen Maangamizi[9] und bereits früher mit Women of Hope.

Mehrere Produktionsfirmen in Dar es Salaam produzieren mit knappem Budget tägliche Seifenopern mit einheimischen Schauspielern (meist Laienschauspieler), die trotz geringer technischer Professionalität (kaum Studioaufnahmen) große Begeisterung beim Publikum hervorrufen.

[Bearbeiten] Quellen

  1. a b c d J. A. Masebo & N. Nyangwine: Nadharia ya lugha Kiswahili 1. S. 126, ISBN 9987-676-09-X
  2. http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laender/Tansania.html
  3. [1]
  4. [2]
  5. http://www.ntz.info/gen/n00621.html#id01400
  6. http://www.laut.de/lautwerk/taarab/index.htm
  7. http://www.sanaabagamoyo.com/default.asp?id=1&language=English
  8. http://www.mwanza-guide.com/bujora.htm
  9. http://www.grisgrisfilms.com/html/reviews.html

[Bearbeiten] Literatur

  • Dilger, Hansjoerg: Leben mit Aids. Krankheit, Tod und soziale Beziehungen in Afrika. Eine Ethnographie. Campus, Frankfurt a. M., 2005. ISBN 3593377160 (Schwerpunkt Tansania)
  • Friedrich, Christoph: Kisuaheli Wort für Wort - Kauderwelsch Band 10, Umschlagklappen mit Aussprache und wichtigen Redewendungen, Wörterliste Sualheli-Deutsch, Deutsch-Suaheli, Reise Know-How Verlag, Bielefeld, ISBN 3-89416-074-8

[Bearbeiten] Weblinks

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Wiktionary
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Koordinaten: 1°-12° S, 29°-40° O

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